Bilanzierungsgrundlagen

Der Halbjahresfinanzbericht der Bertelsmann SE & Co. KGaA wurde unter Beachtung von § 37w WpHG aufgestellt und einer prüferischen Durchsicht durch den Konzernabschlussprüfer unterzogen. Er entspricht den International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie diesbezüglichen Interpretationen (IFRIC) des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind (EU-IFRS), und enthält einen in Übereinstimmung mit IAS 34 „Zwischenberichterstattung“ erstellten verkürzten Konzern-Zwischenabschluss einschließlich ausgewählter erläuternder Anhangangaben. Bei der Aufstellung wurden – mit Ausnahme der im laufenden Geschäftsjahr erstmals angewendeten Rechnungslegungsvorschriften – grundsätzlich die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016 angewendet. Eine detaillierte Beschreibung dieser Methoden sowie der ab 2017 anzuwendenden neuen bzw. überarbeiteten Rechnungslegungsstandards und Interpretationen ist im Anhang des Konzernabschlusses im Geschäftsbericht für das Jahr 2016 veröffentlicht.

Die Effekte aus der Erstanwendung der neuen Rechnungslegungsvorschriften waren für den Bertelsmann-Konzern unwesentlich.

Veröffentlichte, aber noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards, Interpretationen oder Änderungen hat der Bertelsmann-Konzern nicht vorzeitig umgesetzt.

Im Juli 2014 hat das IASB die finale Version von IFRS 9 „Finanzinstrumente“ veröffentlicht. Die neue Version beinhaltet überarbeitete Vorgaben zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten, neue Vorschriften zur Wertminderung von Finanzinstrumenten und neue Vorschriften zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen. Die im Jahr 2016 gestarteten Analysen zu den Auswirkungen des IFRS 9 auf den Konzernabschluss wurden 2017 fortgesetzt. Die Analyse der Schuldinstrumente hat ergeben, dass diese weit überwiegend gehalten werden, um die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen darstellen. Bertelsmann erwartet, dass ein Großteil der Schuldinstrumente weiterhin zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet wird. Aus den Neuregelungen zur Klassifizierung von Finanzinstrumenten ergeben sich insgesamt voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Die Auswirkungen auf die Bewertung von Finanzinstrumenten, insbesondere im Hinblick auf die Wertminderung von Finanzinstrumenten, werden weiter analysiert. Dazu werden zurzeit Wertberichtigungsmatrizen zur Ermittlung von Wertminderungen bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis historischer Forderungsausfälle, Laufzeitbänder und erwarteter Kreditausfälle erstellt. Die Bildung der Wertberichtigungsmatrizen erfolgt divisions- bzw. Business-Unit-spezifisch für Forderungsgruppen, die jeweils ähnliche Ausfallmuster aufweisen. Darüber hinaus werden für wesentliche Kunden separate Risikobeurteilungen vorgenommen. Aufgrund der bisher durchgeführten Analysen wird kein wesentlicher Effekt im Hinblick auf die Bewertung von Finanzinstrumenten erwartet. Aus den neuen Vorschriften zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen werden unverändert zum 31. Dezember 2016 keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet.

IFRS 15 enthält umfassende branchen- und transaktionsunabhängige Neuregelungen zur Erlöserfassung und ersetzt die derzeitigen Vorschriften aus IAS 11 „Fertigungsaufträge“, IAS 18 „Umsatzerlöse“, IFRIC 13 „Kundenbindungsprogramme“, IFRIC 15 „Verträge über die Errichtung von Immobilien“, IFRIC 18 „Übertragung von Vermögenswerten durch einen Kunden“ sowie SIC 31 „Umsatzerlöse – Tausch von Werbedienstleistungen“. Der neue Standard ersetzt den bisherigen Chancen- und Risikoansatz durch ein fünfstufiges vertragsbasiertes Modell. Neben deutlich umfangreicheren Anwendungsleitlinien zur bilanziellen Abbildung von Erlösen aus Kundenverträgen sind detaillierte Angabevorschriften zu erfüllen. Auf Grundlage des erfolgten Endorsements ist der Standard verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, auch wenn das Endorsement für die im April 2016 veröffentlichten Clarifications to IFRS 15 noch aussteht. Die Erstanwendung hat grundsätzlich retrospektiv zu erfolgen, jedoch werden diverse Vereinfachungsoptionen gewährt. Bertelsmann hat sich für die modifizierte retrospektive erstmalige Anwendung von IFRS 15 entschieden, nach der der IFRS 15 konzernweit prospektiv ab dem 1. Januar 2018 unter Angabe des in den Gewinnrücklagen erfassten kumulierten Erstanwendungseffekts angewandt wird. Im Rahmen der Implementierung von IFRS 15 hat Bertelsmann ein konzernweites auf die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmensbereichs zugeschnittenes Projekt aufgesetzt. Auf Grundlage von analysierten Kerngeschäftsmodellen in den Divisionen erfolgt derzeit der Rollout auf bestehende Kundenverträge. Darüber hinaus werden in den Unternehmensbereichen auf Basis von Abweichungsanalysen in den umsatzbezogenen Prozessen jeweils potenzielle Anpassungsbedarfe ermittelt, um darauf aufbauend die Erfüllung der prozessualen Anforderungen des IFRS 15 sicherzustellen und rechtzeitig etwaige erforderliche Anpassungsmaßnahmen durchführen zu können. Mitte 2017 hat Bertelsmann konzernweit die aus der Implementierung von IFRS 15 erwarteten Auswirkungen auf Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang je Business Unit auf Basis der 2016 erzielten Umsatzerlöse erhoben. In Bezug auf Auswirkungen für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde zwischen Auswirkungen auf den Zeitpunkt der Umsatzrealisierung, den Wechsel von Aufwandserfassung zu Umsatzminderung sowie sonstigen Effekten unterschieden. Danach werden aus Konzernsicht insgesamt nach wie vor keine wesentlichen Auswirkungen auf Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung erwartet, während die Anhangangaben zu Umsatzerlösen umfangreicher werden. Die erwarteten Auswirkungen aus der Implementierung von IFRS 15 auf Lizenzerlöse bei der RTL Group betreffen eine zeitliche Vorverlagerung der Umsatzrealisierung, während bei Arvato aufgrund des Dienstleistungscharakters der Geschäftstätigkeit und auch bei der Bertelsmann Printing Group insgesamt weiterhin keine wesentlichen Auswirkungen auf Zeitpunkt und Höhe der Umsatzrealisierung erwartet werden. Im Ausweis sind die erwarteten Remissionen bei Penguin Random House und Gruner + Jahr nicht mehr mit den Forderungen zu saldieren, sondern als Remissionsverbindlichkeit auszuweisen. Hieraus wird eine Bilanzverlängerung erwartet. Auch bei BMG und bei der Bertelsmann Education Group werden derzeit weiterhin keine Auswirkungen auf Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung erwartet. Die grundlegenden Prinzipal-Agent-Analysen sind mit dem Ergebnis abgeschlossen worden, dass sich auf Basis der analysierten Geschäftsmodelle keine wesentlichen Änderungen in der Beurteilung zwischen Brutto- und Nettoausweis ergeben. Aufgrund der erweiterten Vorschriften zur Darstellung in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung sowie zu den Anhangangaben werden entsprechende Anpassungen des Berichterstattungssystems, des Kontenplans sowie der Anhangformulare vorbereitet. Der Konzern hat entschieden, ab dem 1. Januar 2018 folgende Erleichterungen anzuwenden:

  • Kosten der Auftragserlangung werden nicht aktiviert, sofern der zugrunde liegende Vermögenswert in nicht mehr als zwölf Monaten amortisiert wird.
  • Der Wert der Gegenleistung wird nicht um eine wesentliche Finanzierungskomponente angepasst, sofern sich die Finanzierungskomponente auf einen Zeitraum von nicht mehr als zwölf Monaten bezieht.

Der im Januar 2016 veröffentlichte IFRS 16 regelt den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis sowie die Angabepflichten bezüglich Leasingverhältnissen. Die Änderungen betreffen im Wesentlichen den Leasingnehmer und führen dazu, dass grundsätzlich alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Verpflichtungen in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. Die erstmalige verpflichtende Anwendung ist für 2019 vorgesehen. Bei der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 besteht ein Wahlrecht zwischen einem vollständigen retrospektiven Ansatz oder einem modifiziert retrospektiven Ansatz. Die Übernahme des Standards durch die EU steht noch aus. Die Einführung des IFRS 16 erfolgt im Bertelsmann-Konzern im Rahmen eines konzernweiten Umstellungsprojekts. Dabei werden zurzeit wesentliche Mietverträge des Bertelsmann-Konzerns analysiert. Die Analyse der wesentlichen Mietverhältnisse ist noch nicht abgeschlossen. Im Rahmen der weiteren Analyse werden die Auswirkungen auf den Konzernabschluss quantifiziert. Die Entscheidung über die Ausübung der Bilanzierungswahlrechte für kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr und für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte sowie über die Methode zur Erstanwendung des IFRS 16 ist im Bertelsmann-Konzern noch nicht getroffen worden.

Vorjahresinformationen

Die Positionen „Bestandsveränderungen“ und „Andere aktivierte Eigenleistungen“ werden in der Konzern-Gewinn und Verlustrechnung nicht mehr separat, sondern unter der Position „Materialaufwand“ ausgewiesen. Mit den Umgliederungen erhöhen sich Klarheit, Lesbarkeit und Vergleichbarkeit mit den internationalen Unternehmen, die ihre Konzernabschlüsse unter Anwendung des Umsatzkostenverfahrens aufstellen. Für die bessere Vergleichbarkeit wurden die Zahlen der Vorjahresperiode angepasst. Da diese Positionen nur innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wurden, bleiben die Höhe des EBIT und das Konzernergebnis unverändert.

Konsolidierungskreis

Neben der Bertelsmann SE & Co. KGaA werden in den verkürzten Konzern-Zwischenabschluss zum 30. Juni 2017 alle wesentlichen Tochterunternehmen, über die die Bertelsmann SE & Co. KGaA die Beherrschung im Sinne des IFRS 10 ausüben kann, voll einbezogen. Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode gemäß IAS 28 bilanziert. Der Konsolidierungskreis einschließlich der Bertelsmann SE & Co. KGaA umfasst zum 30. Juni 2017 insgesamt 966 (31. Dezember 2016: 952) Unternehmen mit 33 Zugängen und 19 Abgängen im ersten Halbjahr 2017. Darin enthalten sind 878 (31. Dezember 2016: 874) vollkonsolidierte Unternehmen. Zusätzlich werden 28 (31. Dezember 2016: 26) Gemeinschaftsunternehmen und 60 (31. Dezember 2016: 52) assoziierte Unternehmen unter Anwendung der Equity-Methode im Konzernabschluss bilanziert. Nicht im Konsolidierungskreis enthalten sind 214 (31. Dezember 2016: 227) Unternehmen ohne nennenswerten Geschäftsbetrieb und mit einer insgesamt untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Bertelsmann- Konzerns.

Akquisitionen und Desinvestitionen

Der Cashflow aus Akquisitionstätigkeit betrug im ersten Halbjahr 2017 insgesamt 155 Mio. €, davon entfallen auf die Neuerwerbe des ersten Halbjahres nach Abzug erworbener liquider Mittel 103 Mio. €. Die übertragene Gegenleistung belief sich unter Berücksichtigung von bedingten Bestandteilen in Höhe von 6 Mio. € und des beizulegenden Zeitwerts der bereits gehaltenen Anteile in Höhe von 38 Mio. € auf insgesamt 206 Mio. €. Des Weiteren wurden im Zusammenhang mit den Unternehmenserwerben Put-Optionen in Höhe von 4 Mio. € bilanziert.

Ende Januar 2017 erwarb BMG 100 Prozent der amerikanischen Unternehmensgruppe BBR Music Group (BBRMG), welche die bekannten Country-Music-Labels Broken Bow Records, Stoney Creek Records, Wheelhouse Records, Red Bow Records sowie den Musikverlag Magic Mustang Music umfasst. Der Abschluss sichert BMG eine bedeutende Position in der Country-„Hauptstadt“ Nashville im US-Bundesstaat Tennessee – und verspricht Künstlern und Songwritern, die bei BBRMG und BMG unter Vertrag stehen, zahlreiche Vorteile. Die Kunden von BBRMG profitieren von einer deutlich größeren internationalen Reichweite, indem sie Teil der globalen Plattform von BMG werden; zudem stehen den Musikern bei BMG umfangreiche Marketingressourcen zur Verfügung. Die vorläufig übertragene Gegenleistung beträgt 95 Mio. € und wird vollständig durch Zahlungsmittel erbracht. Die Kaufpreisvereinbarung enthält eine variable Gegenleistung in Abhängigkeit von zukünftigen Verkaufszahlen von bei BBRMG unter Vertrag stehenden Künstlern. Die maximale variable Gegenleistung beträgt 25 Mio. USD. Zum 30. Juni 2017 erwartet Bertelsmann keine Auszahlung aus dieser variablen Gegenleistung. Aus der vorläufigen Kaufpreisallokation ergab sich ein steuerlich abzugsfähiger Geschäftsoder Firmenwert in Höhe von 7 Mio. €, der hauptsächlich aus potenziell zu realisierenden Synergieeffekten und aus zukünftigen zusätzlichen Absatzpotenzialen aus der Zusammenführung von BBRMG und BMG als angesehenem Label innerhalb des US-Tonträgermarktes resultiert. Aus steuerlicher Sicht wird der Erwerb aufgrund einer Wahlrechtsausübung in den USA als Asset Deal behandelt. Auf Einzelebene ist die gesamte übertragene Gegenleistung daher über 15 Jahre steuerlich abzugsfähig. Die mit der Transaktion verbundenen Aufwendungen betrugen weniger als 1 Mio. € und wurden ergebniswirksam erfasst.

Die Kaufpreisallokation für BBRMG ist zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht abgeschlossen, da die Erstellung und Prüfung der zugrunde liegenden finanziellen Informationen noch andauert. Änderungen in der Zuordnung des Kaufpreises auf die einzelnen Vermögenswerte und Schulden können sich daher noch ergeben.

Darüber hinaus tätigte der Bertelsmann-Konzern im ersten Halbjahr 2017 mehrere Akquisitionen, die für sich genommen nicht wesentlich waren. Auch in Summe sind die Auswirkungen dieser Akquisitionen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung. Aus den sonstigen Akquisitionen entstanden steuerlich nicht abzugsfähige Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 90 Mio. €, die Synergiepotenziale widerspiegeln. Die Neubewertung der bereits gehaltenen Anteile führte zu einem sonstigen betrieblichen Ertrag in Höhe von 15 Mio. €. Die mit diesen Transaktionen verbundenen Aufwendungen betrugen 1 Mio. € und wurden ergebniswirksam erfasst. Die beizulegenden Zeitwerte der Vermögenswerte und Schulden der Akquisitionen zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung auf Basis der derzeit noch vorläufigen Kaufpreisallokationen können der folgenden Tabelle entnommen werden:

Auswirkungen der Akquisitionen

in Mio. €BBR Music
Group
SonstigeSumme
Langfristige Vermögenswerte 
Geschäfts- oder Firmenwerte79097
Sonstige immaterielle Vermögenswerte8827115
Sachanlagen55
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
Sonstige langfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte11
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen1414
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte112
Liquide Mittel8614
 
Schulden
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Finanzschulden-7-7
Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Verbindlichkeiten-9-24-33
 
Nicht beherrschende Anteile-2-2

Sämtliche im ersten Halbjahr 2017 getätigten Neuerwerbe im Rahmen des IFRS 3 trugen seit der Erstkonsolidierung 32 Mio. € zum Umsatz und -7 Mio. € zum Konzernergebnis bei. Bei Einbeziehung dieser Neuerwerbe ab dem 1. Januar 2017 hätten sie 45 Mio. € zum Umsatz und -8 Mio. € zum Konzernergebnis beigetragen.

Aus den Desinvestitionen im ersten Halbjahr 2017 erzielte der Bertelsmann-Konzern nach Berücksichtigung abgehender liquider Mittel Zahlungsströme in Höhe von -3 Mio. €. Die Desinvestitionen haben zu einem nicht nennenswerten Ertrag aus Endkonsolidierung geführt, der in der Position „Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen“ ausgewiesen wird.

Die RTL Group hat im Oktober 2016 eine Vereinbarung zum Verkauf der Media Properties Sàrl abgeschlossen. Die Media Properties Sàrl hält die neuen Gebäude der RTL Group in Luxemburg („RTL City“). Der Verkauf sollte im zweiten Quartal 2017 abgeschlossen werden. Zum Jahresabschluss 2016 wurden die Gebäude daher als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte ausgewiesen. Im Mai 2017 beschlossen die Vertragsparteien im gegenseitigen Einvernehmen, auf die Transaktion zu verzichten. Das Management der RTL Group hat sich entschlossen, den Verkaufsprozess im kommenden Jahr nicht weiter zu verfolgen. Dementsprechend wurden die Gebäude in Höhe von 83 Mio. € von den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten in die Sachanlagen reklassifiziert. Ein darauf entfallender unwesentlicher Abschreibungsaufwand wurde rückwirkend im zweiten Quartal erfasst.

Währungsumrechnung

Für die aus der Sicht des Bertelsmann-Konzerns wichtigsten Fremdwährungen wurden für Zwecke der Währungsumrechnung folgende Euro-Wechselkurse zugrunde gelegt:

  DurchschnittskurseStichtagskurse
Fremdwährung für 1 € 1. Halbjahr
2017
1. Halbjahr
2016
30.6.201731.12.201630.6.2016
Australischer DollarAUD1,43601,52211,48511,45961,4929
Kanadischer DollarCAD1,44521,48401,47851,41881,4384
Chinesischer RenminbiCNY7,44427,29567,73857,32027,3755
Britisches PfundGBP0,86060,77880,87930,85620,8265
US-DollarUSD1,08321,11611,14121,05411,1102

Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Die Prinzipien und Methoden zur Bewertung zu beizulegenden Zeitwerten sind gegenüber dem Vorjahr unverändert. Hinsichtlich der Erläuterungen und zusätzlichen Angaben zu den Finanzinstrumenten wird auf den Anhang des Konzernabschlusses im Geschäftsbericht für das Jahr 2016 verwiesen. Im Nachfolgenden werden nur solche Angaben zu Finanzinstrumenten erläutert, die für das Verständnis der Veränderungen, die seit dem Ende des letzten Geschäftsjahres bei der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erfolgten, wesentlich sind.

Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten wird folgende Hierarchie verwendet.

Stufe 1:
Der beizulegende Zeitwert der bestehenden Finanzinstrumente wird auf Basis von Börsennotierungen zum Bilanzstichtag ermittelt.

Stufe 2:
Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von nicht börsennotierten Derivaten verwendet Bertelsmann verschiedene finanzwirtschaftliche Methoden, die den zu den jeweiligen Bilanzstichtagen herrschenden Marktbedingungen und Risiken Rechnung tragen. Unabhängig von der Art des Finanzinstruments werden zukünftige Zahlungsströme auf Basis der am Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven auf den Bilanzstichtag diskontiert. Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften wird auf Basis der zum Bilanzstichtag geltenden Kassamittelkurse unter Berücksichtigung der Terminabschläge und -aufschläge für die jeweilige Restlaufzeit der Geschäfte ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Zinsderivaten wird auf Basis der am Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften wird von zum Bilanzstichtag veröffentlichten Börsennotierungen abgeleitet. Eventuell bestehende Inkongruenzen zu den standardisierten Börsenkontrakten werden durch Interpolation bzw. Hinzurechnungen berücksichtigt.

Stufe 3:
Sofern keine beobachtbaren Marktdaten vorliegen, erfolgt die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte überwiegend auf Basis von Cashflow-basierten Bewertungsverfahren. Für erworbene Minderheitsbeteiligungen im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments wird grundsätzlich auf qualifizierte Finanzierungsrunden zurückgegriffen.

Die Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten nach Stufe 2 und Stufe 3 erfordert bestimmte Annahmen des Managements bezüglich der Inputparameter des Modells einschließlich Cashflows, Abzinsungssatz und Ausfallrisiko sowie Lebens-/Entwicklungszyklus der Start-up-Beteiligungen. Im ersten Halbjahr 2017 sind keine Umgliederungen zwischen den Stufen 1, 2 und 3 erfolgt.

Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzderivaten wird das Wahlrecht nach IFRS 13.48 (Nettorisikobetrachtung) genutzt. Für die Ermittlung des Kreditrisikos aus Finanzderivaten wird die jeweilige Nettoposition der beizulegenden Zeitwerte mit den Vertragspartnern zugrunde gelegt, da diese hinsichtlich ihrer Markt- oder Kreditausfallrisiken auf Basis einer Nettoposition gesteuert werden.

Innerhalb der Position „Sonstige finanzielle Vermögenswerte“ erfolgt im Wesentlichen der Ausweis der Minderheitsbeteiligungen an anderen Unternehmen und sogenannten Fund of Fund Investments, die der Unternehmensbereich Bertelsmann Investments erwirbt. Die Bewertung dieser finanziellen Instrumente erfolgt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert, wobei die aus Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts resultierenden Gewinne und Verluste unter Berücksichtigung latenter Steuern im sonstigen Ergebnis erfasst werden. Der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts für Fund of Fund Investments liegen Bewertungen des externen Managements gemäß regelmäßiger Berichterstattungen unter Berücksichtigung eines Fungibilitätsabschlags zugrunde. Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts für Minderheitsbeteiligungen an anderen Unternehmen wird dabei, wenn möglich, auf beobachtbare erzielbare Preise der zuletzt durchgeführten qualifizierten Finanzierungsrunden unter Berücksichtigung des Lebens- und Entwicklungszyklus des Unternehmens zurückgegriffen.

Bestimmte Beteiligungen an verbundenen Unternehmen und ausgewählte sonstige Beteiligungen, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert sind, werden zu Anschaffungskosten bewertet, da sie über keine Preisnotierung auf einem aktiven Markt verfügen und eine verlässliche Schätzung des beizulegenden Zeitwerts nicht möglich ist. Für alle übrigen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Schulden stellt deren Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.

Der Marktwert der Genussscheine 2001 betrug bei einem Schlusskurs von 330,00 Prozent am letzten Handelstag des ersten Halbjahres 2017 an der Frankfurter Wertpapierbörse 938 Mio. € (31. Dezember 2016: 907 Mio. € bei einem Kurs von 319,00 Prozent) und entsprechend 33 Mio. € bei den Genussscheinen 1992 bei einem Kurs von 195,00 Prozent (31. Dezember 2016: 32 Mio. € bei einem Kurs von 190,00 Prozent). Die Marktwerte sind der Stufe 1 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen.

Im Mai 2017 platzierte Bertelsmann eine öffentlich notierte Anleihe über 500 Mio. € mit einer Laufzeit von vier Jahren.

Zum 30. Juni 2017 betrug der kumulierte Marktwert der börsennotierten Anleihen 3.646 Mio. € (31. Dezember 2016: 3.121 Mio. €) bei einem Nominalvolumen von 3.500 Mio. € (31. Dezember 2016: 3.000 Mio. €) und einem Buchwert von 3.475 Mio. € (31. Dezember 2016: 2.977 Mio. €). Die Börsenkurse sind der Stufe 1 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen. Zum 30. Juni 2017 betrug der gesamte Buchwert der Privatplatzierungen und Schuldscheindarlehen 707 Mio. € (31. Dezember 2016: 707 Mio. €) und der gesamte Marktwert belief sich auf 747 Mio. € (31. Dezember 2016: 756 Mio. €). Bei Privatplatzierungen und Schuldscheindarlehen erfolgt die Ermittlung des Marktwerts anhand finanzmathematischer Verfahren auf Basis von Zinskurven, die um die Kreditmarge des Konzerns angepasst werden. Die dabei berücksichtigte Kreditmarge resultiert aus der am jeweiligen Stichtag gültigen Marktquotierung für Credit Default Swaps. Der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte liegen Diskontierungssätze von -0,28 Prozent bis 2,00 Prozent zugrunde. Die beizulegenden Zeitwerte der Privatplatzierungen und der Schuldscheindarlehen sind der Stufe 2 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen.

Beizulegende Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte nach Bewertungskriterien

in Mio. €Stufe 1:
notierte Preise von
aktiven Märkten
Stufe 2:
beobachtbare
Marktdaten
Stufe 3:
nicht beobachtbare
Marktdaten
Summe
30.6.2017
Beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte finanzielle Vermögenswerte1414
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte71334342
Zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte6767
Derivate mit Hedge-Beziehung1212
794334435

Finanzielle Vermögenswerte nach Bewertungsstufe 3

in Mio. €Zur Veräuße-
rung verfüg-
bare finanzielle
Vermögens-
werte
Zu Handels-
zwecken
gehaltene
originäre und
derivative
finanzielle Ver-
mögenswerte
Summe
Stand 1.1.20173713374
Gesamter Gewinn (+) bzw.
Verlust (-)
-1-1
– In Gewinn- und Verlustrechnung-1-1
– Im sonstigen Ergebnis
Erwerbe3333
Veräußerung/Tilgung-60-3-63
Sonstige Effekte-9-9
Stand 30.6.2017334334
Gewinn (+) bzw. Verlust (-) aus den zum Stichtag noch im Bestand befindlichen Vermögenswerten-1-1

Beizulegende Zeitwerte der finanziellen Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien

in Mio. €Stufe 1:
notierte Preise
von aktiven
Märkten
Stufe 2:
beobachtbare
Marktdaten
Stufe 3:
nicht
beobachtbare
Marktdaten
Summe
30.6.2016
Beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte finanzielle Verbindlichkeiten3434
Zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Verbindlichkeiten3232
Derivate mit Hedge-Beziehung1212
443478

Finanzielle Verbindlichkeiten der Bewertungsstufe 3

in Mio. €Beim erstmaligen
Ansatz als
erfolgswirksam
zum beizulegenden
Zeitwert
klassifizierte
finanzielle
Verbindlichkeiten
Summe
Stand 1.1.20174848
Gesamter Gewinn (-) bzw. Verlust (+)55
– In Gewinn- und Verlustrechnung66
– Im sonstigen Ergebnis-1-1
Erwerbe1010
Emissionen
Tilgungen-29-29
Umgliederungen aus/in Stufe 3
Stand 30.6.20173434
Gewinn (-) bzw. Verlust (+) aus den zum Stichtag noch im Bestand befindlichen Verbindlichkeiten

Ertragsteuern

Der Steueraufwand für das erste Halbjahr 2017 wurde gemäß IAS 34 auf Basis des durchschnittlichen jährlichen Steuersatzes ermittelt, der für das gesamte Jahr 2017 erwartet wird und auf Basis aktueller Einschätzungen des Bertelsmann Managements 32,2 Prozent beträgt. Darüber hinaus wurden steuerliche Sondereffekte in den tatsächlichen und latenten Steuern erfasst, sodass sich eine geringere Steuerquote in der Gewinn- und Verlustrechnung ergab.

Sonstige Angaben

Aufgrund der saisonalen Einflüsse auf die Unternehmensbereiche werden im zweiten Halbjahr tendenziell höhere Umsatzerlöse und ein höheres operatives Ergebnis als im ersten Halbjahr erwartet. Die höheren Umsätze im zweiten Halbjahr sind vor allem auf die steigende Nachfrage während des Weihnachtsgeschäfts, insbesondere in den werbegetriebenen Geschäften und im Buchverlagsgeschäft, sowie auf die branchenübliche Saisonalität im Musikgeschäft zurückzuführen.

Das Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen resultiert im Wesentlichen aus mehreren im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments getätigten Transaktionen, darunter aus dem Verkauf der Beteiligungen an Ucloud und Uxin.

Zum 30. Juni 2017 wurde die zahlungsmittelgenerierende Einheit StyleHaul auf Wertminderung in Übereinstimmung mit IAS 36 überprüft. Das Umsatzwachstum von StyleHaul stimmt mit der Planung und den vorherigen Werthaltigkeitstests überein, mit Ausnahme einer veränderten Zusammensetzung des Umsatzes. Der verzögerte Anlauf einzelner hochmargiger Einnahmequellen, insbesondere der Direktvermarktung (Branded Entertainment), belastete die Entwicklung des EBITDA in Richtung Gewinnschwelle. Seit dem letzten Werthaltigkeitstest kam es zusätzlich zu einem signifikanten Anstieg der jährlichen Kosten für Management-Incentivierungspläne, vor allem aufgrund einer Reduzierung der Laufzeit von vier auf drei Jahre, während der Gesamtrahmen unverändert blieb. Die Zinssatzerhöhung von 13,9 auf 14,2 Prozent belastete unter Anwendung der Discounted-Cashflow-Methode zusätzlich den Nutzungswert in Höhe von 5 Mio. €. Zur Bestimmung des erzielbaren Betrages wurde der Nutzungswert anhand eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt, basierend auf einer langfristigen Wachstumsrate von 2,0 Prozent (31. Dezember 2016: 2,0 Prozent) und einem Zinssatz von 14,2 Prozent (31. Dezember 2016: 13,9 Prozent). Zum 30. Juni 2017 entsprach der erzielbare Betrag nahezu dem Buchwert (31. Dezember 2016: Der erzielbare Betrag überstieg den Buchwert um 23 Mio. €). Bei einer Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten der Veräußerung auf Basis des Multiple-Verfahrens übersteigt dieser den Buchwert deutlich.

Der Anstieg des Abzinsungssatzes für die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen führte zur Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne in Höhe von 210 Mio. € vor Berücksichtigung der damit verbundenen steuerlichen Auswirkungen im Posten „Neubewertungskomponente leistungsorientierter Versorgungspläne“. In der Position „Sonstige betriebliche Erträge“ sind Erträge in Höhe von 26 Mio. € aus der Ausübung der Kaufoption auf einen nicht finanziellen Vermögenswert und seinem unmittelbaren Weiterverkauf enthalten.

Erläuterung zur Segmentberichterstattung

Anfang Februar wurden rückwirkend zum 1. Januar 2017 Teile der Arvato Digitalmarketing-Geschäfte in die Bertelsmann Printing Group integriert. Hierzu gehörten im Einzelnen die Aktivitäten von AZ Direct in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie die DeutschlandCard. Die Werte für das erste Halbjahr 2016 wurden entsprechend angepasst. In der Segmentberichterstattung werden unverändert acht operative berichtspflichtige Segmente (RTL Group, Penguin Random House, Gruner + Jahr, BMG, Arvato, Bertelsmann Printing Group, Bertelsmann Education Group und Bertelsmann Investments) abgebildet.

Überleitung der Segmentinformation auf das Konzernergebnis

in Mio. €1. Halbjahr 20171. Halbjahr 2016
Operating EBITDA aus fortgeführten Aktivitäten1.0991.111
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen311309
Korrektur um in Sondereinflüssen enthaltene Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen-2-3
Sondereinflüsse-15
EBIT aus fortgeführten Aktivitäten805805
Finanzergebnis-105-117
Ergebnis vor Steuern aus fortgeführten Aktivitäten700688
Ertragsteueraufwand-197-206
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten503482
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten-1
Konzernergebnis502482

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die im April 2017 von Penguin Random House angekündigte Übernahme der renommierten Verlagsgruppe Ediciones B von der spanischen Mediengruppe Grupo Zeta wurde im Juli 2017 abgeschlossen. Penguin Random House sieht die Übernahme als Stärkung der Marktposition und der kulturellen Bedeutung von Penguin Random House Grupo Editorial in Spanien, Lateinamerika und der gesamten spanischsprachigen Welt. Die Transaktion wird als ein Unternehmenszusammenschluss im Sinne des IFRS 3 erfasst. Der vorläufige Kaufpreis beträgt 37 Mio. €. Aufgrund des frühen Stadiums der vorläufigen Kaufpreisallokation können derzeit keine Anpassungen zum beizulegenden Zeitwert bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses quantifiziert und keine weiteren nach IFRS 3 geforderten Angaben zum Erwerb von Ediciones B gemacht werden.

Im Juli 2017 gab Bertelsmann bekannt, zusätzlich zu den bisherigen 53 Prozent an Penguin Random House weitere 22 Prozent an der größten Buchverlagsgruppe der Welt von dem britischen Medien- und Bildungsunternehmen Pearson zu übernehmen. Die weiteren 25 Prozent der Anteile an dem zum 1. Juli 2013 durch den Zusammenschluss der Buchverlagsgeschäfte Random House und Penguin Group entstandenen Unternehmen verbleiben bei Pearson. Mit der strategischen Dreiviertelmehrheit sichert sich Bertelsmann mehr Governance-Rechte bei Penguin Random House und stellt somit künftig unter anderem den Chairman des Board of Directors der Buchverlagsgruppe. Der Vollzug der Anteilsübernahme ist für das vierte Quartal geplant. Die Buchverlagsgruppe wurde im Rahmen dieser Transaktion mit einem Unternehmenswert von insgesamt 3,55 Mrd. USD bewertet. Im Rahmen der Vereinbarung mit Pearson wird Bertelsmann eine Rekapitalisierung von Penguin Random House durchführen, die für Dividendenzahlungen an die Gesellschafter von Penguin Random House verwendet wird. Die Kaufpreiszahlung für den 22-Prozent-Anteil sowie die Rekapitalisierung und die Dividendenzahlungen werden zu einem Netto-Zahlungsmittelabgang von 968 Mio. USD voraussichtlich im Jahr 2017 und von 66 Mio. USD im Jahr 2018 führen.

Die RTL Group hat im August 2017 eine Vereinbarung zum Verkauf von Grundbesitz in Paris abgeschlossen. Der Verkaufserlös beläuft sich auf 114 Mio. € vor Umsatzsteuer. Der Veräußerungsgewinn wird auf 86 Mio. € vor Ertragsteuer geschätzt (56 Mio. € nach Ertragsteuer). Die Wirksamkeit der Übertragung wird für Dezember 2017 erwartet; die Kriterien für eine Klassifizierung der Gebäude als „zur Veräußerung gehalten“ waren zum 30. Juni 2017 nicht erfüllt.

Im August 2017 entschied die RTL Group die (auf vollständig verwässerter Basis) verbleibenden 36,4 Prozent der nicht beherrschenden Anteile an SpotX Inc. („SpotX“) durch Ausübung einer Kaufoption zu erwerben für einen Betrag von 141,5 Mio. USD in Abhängigkeit der Cash- und Schuldenposition. Da die RTL Group bereits Kontrolle über SpotX ausübt, wird die Transaktion als Eigenkapitaltransaktion behandelt.

Bertelsmann hat im August 2017 eine Vereinbarung zur Begebung eines Schuldscheindarlehens über 150 Mio. € mit einer Laufzeit von 18 Monaten getroffen.